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  • Amok-Fahrt

Münster gedachte der Opfer der Amokfahrt

400 Menschen in der voll besetzten Lambertikirche / Weiße Kerzen und ein Korb voll bunter Blumen

Gedenkfeier am Jashrestag der Amokfahrt in Münster. Foto: Presseamt Stadt Münster / MünsterView / Witte

Gedenkfeier am Jashrestag der Amokfahrt in Münster. Foto: Presseamt Stadt Münster / MünsterView / Witte

Am ersten Jahrestag der Amokfahrt wurde bei einem ökumenischen Gottesdienst am Sonntag, 7. April, in Münster der Opfer und aller von dieser Gewalttat betroffenen Menschen gedacht. In der voll besetzten Lambertikirche versammelten sich 400 Angehörige und Betroffene, Vertretungen der Feuerwehr, von Hilfsorganisationen und der Polizei sowie Menschen, die nach der Amokfahrt spontan Hilfe geleistet haben. Anschließend zogen sie von der Kirche zu der Stelle, wo sich die Tat ereignet hatte, und legten dort Blumen nieder.

Das Wetter ist genau wie vor einem Jahr am Samstag, 7. April 2018. Ein wunderschöner Frühlingstag, viele Menschen genießen die warme Sonne, flanieren durch die Stadt, sitzen in Eiscafés und Straßenlokalen. Nur auf dem Platz beim Kleinen und Großen Kiepenkerl herrscht am Jahrestag der Gewalttat am frühen Nachmittag noch Ruhe. Beschäftigte dieser Lokale bilden eine große Besuchergruppe beim Gedenkgottesdienst.

Amokfahrt: Opferschutzorganisationen helfen

Die Stadt Münster erreichen nach der Amokfahrt am vergangenen Samstag zahlreiche Hilfsangebote und Fragen nach einem Spendenkonto zugunsten der Betroffenen.

Die Stadt bittet, auch im Sinne der Opfer und ihrer Angehöriger, die Arbeit gemeinnütziger Opferschutzorganisationen, wie etwa den „Weißen Ring“ in seinem Engagement für Opfer – auch mit Spenden – zu unterstützen. Der „Weiße Ring“ ist auf Ereignisse wie der schrecklichen Amokfahrt in Münster eingestellt. Er kann die Opfer und auch deren Angehörige unterstützen. So kann etwa bei Behördengängen oder finanziellen Soforthilfen schnell und unbürokratisch geholfen werden. Der „Weiße Ring“ arbeitet auch eng mit dem „Kommissariat Opferschutz“ der Polizei in Münster zusammen: muenster-nrw-westfalen-lippe.weisser-ring.de/ – weisser-ring.de/unterstuetzer

Amokfahrt: Fahrer handelte in Suizidabsicht

„Nach der bisherigen Analyse und Auswertung der vorliegenden Dokumente, Spuren und Aussagen sind die Ermittlungsbehörden sicher, dass der 48-Jährige in Suizidabsicht handelte“, resümierte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt heute (9.4.) in Münster die bisherigen Ergebnisse.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des ledigen und kinderlosen Münsteraners fanden die Beamten neben mehreren Behältern mit Benzin und anderen Flüssigkeiten ein über einen Balken gelegtes Hanfseil mit Henkersknoten. „Die geplante Verwendung der Stoffe durch den Täter und die Herkunft sind zum jetzigen Zeitpunkt unklar“, ergänzte der Oberstaatsanwalt. „Das Seil jedoch ist ein eindeutiger Hinweis.“ Für die Suizidabsicht des Täters spricht auch die Tatsache, dass sich der Täter unmittelbar nach dem Stillstand des Fahrzeugs erschossen hat. Im Magazin der im ehemaligen Jugoslawien hergestellten Pistole befanden sich noch weitere Patronen. „Offensichtlich wollte sich der Täter nach der Todesfahrt direkt selber richten“, erklärte der Leiter der Ermittlungskommission, Kriminalhauptkommissar Joachim Poll. „Bei einer Gesamtschau der Indizien sind wir uns sicher, der Täter handelte in Suizidabsicht.“

Bundespräsident würdigt Verhalten der Münsteraner

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler.Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Foto) hat (am Montag, 9. März) in einem Telefonat mit Oberbürgermeister Markus Lewe seine Trauer und sein Mitgefühl für die Opfer der Amokfahrt, ihre Angehörigen und die Menschen in Münster zum Ausdruck gebracht. Zugleich würdigte er die Besonnenheit, die Hilfsbereitschaft und den großen Einsatz aller Beteiligten. Er bat Oberbürgermeister Lewe, diesen Dank an die Bürgerschaft und an alle weiterzugeben, die Hilfe und Unterstützung geleistet haben.

Quelle: Presse- und Informationsamt Stadt Münster

Gewerkschaft ver.di sagt Warnstreik im ÖPNV ab

Aufgrund der Ereignisse vom Samstag hat die Gewerkschaft ver.di entschieden, den Warnstreik für den Dienstag im ÖPNV auszusetzen. Man wolle die Bürger nach dem Schock des vergangenen Wochenendes nicht noch zusätzlich belasten, so ver.di. Auch die Regionalbusse der RVM in Münster werden fahren.

ver.di will auch in den Kitas dafür sorgen, dass in den Kindertageseinrichtungen aller Stadtteile ausreichende Notgruppen für die Betreuung von Kindern bereitstehen. Die beiden Kitas Im Moorhock (Kinderhaus) und Am Drostenhof (Wolbeckbleibt) bleiben jedoch am Dienstag geschlossen.

Polizei und Staatsanwaltschaft geben weitere Ermittlungsergebnisse bekannt

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln weiter mit Hochdruck, um die Hintergründe der schrecklichen Tat von Münster gestern Nachmittag zu klären. Mittlerweile steht fest, dass der 48-jährige Täter aus Münster über zwei weitere Wohnadressen in Dresden und Pirna verfügte. Die Wohnungen wurden von der Polizei durchsucht. Die Durchsuchungsmaßnahmen in Münster und die Auswertung der Ergebnisse dauern noch an. In der Wohnung in Münster fanden die Ermittler am heutigen Tag mehrere Gasflaschen sowie Kanister mit Bioethanol und Benzin. Zu welchem Zweck der Täter die Stoffe in seiner Wohnung aufbewahrt hat, ist Gegenstand der Ermittlungen. „Bislang haben sich weiterhin keinerlei Hinweise auf eine politische Motivationslage des Täters sowie mögliche Mittäter ergeben“, sagte Polizeipräsident Hajo Kuhlisch heute in Münster. „Wir haben aber Hinweise darauf, dass die Ursachen für die Ausführung der Tat in seiner Persönlichkeit begründet sind.“

Münster trauert

Nach dem Unglück am Samstagnachmittag legten Innenminister Horst Seehofer, Ministerpräsident Armin Laschet, NRW-Innenminister Herbert Reul und der Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe, am Sonntagmittag (8. April) Blumen am Denkmal des Kiepenkerls in Münsters Altstadt nieder. Im Anschluss bekundeten sie auch mit einem Eintrag in das Kondolenzbuch der Stadt im Rathaus am Prinzipalmarkt ihr Mitgefühl mit den Opfern.

Quelle: Presse- und Informationsamt Stadt Münster

Campingbus fährt in Menschenmenge

Am Samstag, 07.04.18, fuhr um 15:27 Uhr ein silbergrauer Campingbus im Zentrum von Münster in eine Gruppe von Menschen, die sich im Außenbereich einer Gaststätte aufhielt. Dabei wurden zwei Personen getötet und mehr als 20 zum Teil schwer bis hin zur akuten Lebensgefahr verletzt. Ums Leben gekommen sind bei dieser Tat eine 51-jährige Frau aus dem Kreis Lüneburg und ein 65-jähriger Mann aus dem Kreis Borken. Unmittelbar im Anschluss an die Tat richtete sich der Täter mit einer Schusswaffe selbst.

Einsatzkräfte der Polizei und der Rettungsdienste waren innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Die Polizei riegelte den Tatort weiträumig ab. Aufgrund des Tathergangs mussten die Beamten berücksichtigen, dass es sich um einen Anschlag handeln könnte. Deshalb war eine besondere Vorsicht und Umsicht am Tatort geboten.

Bei der ersten Inaugenscheinnahme des Tatfahrzeugs erkannten die Beamten mehrere Drähte, die zum Teil ins nicht einsehbare Fahrzeuginnere führten. Um eine Gefährdung für die Anwohner und die Einsatzkräfte auszuschließen, untersuchten Experten des Landeskriminalamts aus Düsseldorf intensiv das Fahrzeug. Erst nachdem die nötige Sicherheit gegeben war, konnten die Ermittler das Fahrzeug durchsuchen. Neben der bereits sichergestellten Tatwaffe lagen noch eine Schreckschusswaffe und rund ein Dutzend sogenannter Polenböller im Campingbus.

Amokfahrt: Die Stadt Münster trauert um die getöteten Opfer

Oberbürgermeister Markus Lewe zum heutigen Anschlag in Münster:

„Die Stadt Münster trauert um die getöteten Opfer. Wir fühlen uns im Schmerz mit den Angehörigen verbunden. Den Verletzten wünschen wir rasche und vollständige Genesung.

Ganz Münster ist entsetzt über die menschenverachtende Gewalt, die unsere Stadt wie aus heiterem Himmel getroffen hat. Es wird uns nur gemeinsam gelingen, die Geißel von Schrecken und Vernichtung zu überwinden.

Allen Polizei-, Rettungs- und Einsatzkräften danke ich für ihre Hilfe und ihr Wirken in einer schweren Stunde der Stadt.“

Quelle: Presse- und Informationsamt Stadt Münster

[Ergänzung der Redaktion]

  • Für Angehörige wurde eine Hotline des Sozialdienstes eingerichtet: 0251 – 83 55 555.
  • Zeugen des Vorfalls können sich über eine eigens eingerichtete Telefonnummer (0800 – 304 030 3) direkt bei der Polizei melden.
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