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  • 116. Stiftungsfest des Löschzugs Kinderhaus

Der Löschzug Kinderhaus der Freiwilligen Feuerwehr Münster veranstaltete am 11.01.2020 sein 116. Stiftungsfest im Pfarrzentrum Kinderhaus. Der Einladung zum Fest folgten viele Gäste und so füllte sich der Saal im Pfarrzentrum schnell.

Löschzugführer Marc Greshake begrüßte die Gäste. Foto: CC-BY-NC-SA 3.0 Heiko Philippski

Löschzugführer Marc Greshake begrüßte die Gäste. Foto: CC-BY-NC-SA 3.0 Heiko Philippski

Der Löschzugführer Marc Greshake begrüßte die Gäste, u.a. die Landtagsabgeordnete Simone Wendland. Greshake ist der Nachfolger von Jörg Kaiser, der im vergangenen Jahr sich dazu entschied, „auf dem Höhepunkt der Feuerwehrkarriere zu gehen” und das Zepter weiterzureichen.

Im vergangenen Jahr wurden die 41 Feuerwehrleute des Löschzug Kinderhaus 43 Mal zu Einsätzen gerufen. Besonders in Erinnerung blieb dabei der Einsatz bei der Explosion eines Wohnhauses am Max-Klemens-Kanal im September. Die Feuerwehrleute waren auch beim Brand des Vereinsheims von SC Westfalia Kinderhaus vor Ort.

Greshake hob in seiner Rede die Verbundenheit der Kinderhauser mit dem Löschzug Kinderhaus hervor. Dies wurde an den 700 gestifteten Preise für die Tombola deutlich erkennbar. Diese wurden von Privat- und Geschäftsleuten aus dem Stadtteil gestiftet.

Gerade in dem Moment als Dr. Jürgen Langenberg, der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Münster, die Beförderungen und Ehrungen durchführen wollte, wurde er plötzlich zu einem Einsatz gerufen. Daher übernahm Dirk Schwichtenhövel, Beauftragter für Medizinproduktesicherheit, die Beförderungen und Ehrungen.

Befördert wurden:

  • Vanessa Steinmann zur Feuerwehrfrau,
  • Jens Rautenberg zum Feuerwehrmann,
  • Sascha Vennik zum Oberfeuerwehrmann,
  • Dr. Lennart Brüggemann zum Oberfeuerwehrmann,
  • Philipp Herkt zum Unterbrandmeister,
  • Sören Weßmann zum Unterbrandmeister,
  • Christian Hülsken zum Oberbrandmeister.

Geehrt wurden:

  • Marc Greshake und Oliver Jonnek mit dem silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen für 25 Jahre Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr,
  • Carsten Freydank und Wolfgang Lödde mit dem goldenen Feuerwehr-Ehrenzeichen für 35 Jahre Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr.

In ihrer Begrüßungsrede übte die Landtagsabgeordnete Simone Wendland auch Gesellschaftskritik:

„Früher standen die Leute bei Einsätzen nur im Weg und gingen zur Seite, wenn man sie darum bat. Heute wollen viele nicht weichen, weil dann ihr Foto oder ihr Film für Facebook nichts wird und immer öfter kommt es zu Übergriffen, werden Helfer beschimpft, angespuckt oder angegriffen.”

(Anmerkung der Redaktion: Die ganze Rede finden Sie im Anschluss dieses Berichtes.)

Bei guter Musik, von DJ Dirk Ahlers und den Hitbreakers, und leckerem Essen wurde dann weiter gefeiert.

Über den Löschzug Kinderhaus

Der Löschzug Kinderhaus ist einer von insgesamt 20 Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr Münster. Die Aufgabenschwerpunkte liegen in den Bereichen Brandschutz, Technische Hilfeleistung sowie Messen und Warnen. Wer sich ein eigenes Bild von den Aktivitäten machen möchte oder an einer Mitgliedschaft im Löschzug interessiert ist, hat jeden Montag, ab 19:00 Uhr, Gelegenheit den Löschzug im Feuerwehr-Gerätehaus an der Kristiansandstraße kennenzulernen.

Fotostrecke vom 116. Stiftungsfest
Fotos: CC-BY-NC-SA 3.0 Heiko Philippski
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/

Begrüßungsrede der Landtagsabgeordnete Simone Wendland

Simone Wendland MdL

Simone Wendland MdL. Foto: CC-BY-NC-SA 3.0 Heiko Philippski

Liebe Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner,
sehr geehrte Damen und Herren,

mit Reden bei Geburtstagsfeiern – und dieses Stiftungsfest ist ja nichts anderes als die Geburtstagsfeier der Freiwilligen Feuerwehr Kinderhaus – mit Reden bei Geburtstagsfeiern ist das so eine Sache. Eigentlich wollen alle nur feiern und eigentlich wissen alle schon vorher was der Redner oder die Rednerin zu sagen hat – nämlich „Herzlichen Glückwunsch!“.

So will ich es auch heute halten und Ihnen sehr herzlich zu Ihrem 116-jährigen Jubiläum gratulieren und mich gleichzeitig auch für Ihre Arbeit und für Engagement hier in Kinderhaus – und überall da wo es brennt – bedanken. Bei einer solchen Zahl denkt man an einen Notruf und tatsächlich gibt es den Notruf 116117, der nahezu unbekannt ist. Unter dieser Nummer erreicht man den ärztlichen Bereitschaftsdienst!

Im Juni diesen Jahres war ich bei Ihrem Tag der offeneren Tür und der Fahrzeugsegnung.
Es war außerordentlich heißer Tag und ich habe mir Ihre Ausstellung angesehen und wie alles begann, angefangen vom ersten Brandmeister Heinrich Kipp im Jahre 1904. Ja, ich habe mir ihre Ausstellung sehr genau angesehen und war sehr beeindruckt, wie viele alte Fotos Sie aus dieser lange zurück liegenden Zeit noch haben und wie Sie Ihre Einsätze dokumentiert haben.

Ich finde, Sie können sehr stolz auf Ihre Geschichte sein !

Gerade weil sie um Ihre Geschichte wissen, wissen Sie auch, wie sehr sich die Anforderungen an Ihre Arbeit und die Rahmenbedingungen für ihre Arbeit verändert haben.
Vor kurzem erst hat die CDU im Rat der Stadt eine Initiative gestartet, um freiwilligen Feuerwehrleuten zu bezahlbarem Wohnraum zu verhelfen. Seit einiger Zeit werden Arbeitgeber, die besonders feuerwehrfreundlich sind und ihren Mitarbeitern das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr ermöglichen und erleichtern vom Land mit der Förderplakette ausgezeichnet.
Vor zweieinhalb Jahren ist gerade auch wegen der zunehmenden Übergriffe auf helfende Feuerwehrleute das Strafgesetzbuch geändert worden. D.h. Veränderungen, die die Feuerwehr betreffen, werden von der Politik auf allen Ebenen nicht nur wahrgenommen, sondern münden auch in konkretes Handeln.

Wir alle wissen, was wir an den Freiwilligen Feuerwehren haben. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, um eine der wichtigsten Grundlagen für menschliches Zusammenleben überhaupt zu gewährleisten. Denn der Grund, warum Menschen sich überhaupt entschieden haben, in Städten zusammenzuleben, war letztlich die Gewissheit, dass man gemeinsam sicherer lebt, als alleine.
Natürlich ging es damals um Angriffe von außen, denen man alleine schutzlos ausgeliefert war.
Doch auch heute noch gilt: Gemeinsam ist man stärker und sicherer. Und daran haben die Freiwilligen Feuerwehren einen großen Anteil. Sie helfen in Notlagen, bei Bränden und Unfällen, bringen sich dabei häufig auch selbst in Gefahr und sie tun dies auch noch ehrenamtlich.

Umso unverständlicher ist es, wenn wir erfahren müssen, dass Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit behindert oder sogar angegriffen werden.
Früher hatten wir das Problem, das Rettungsgassen nicht gebildet wurden, heute stellen wir fest, dass sie von Autofahrern als willkommene Überholspur angenommen werden.
Früher standen die Leute bei Einsätzen nur im Weg und gingen zur Seite, wenn man sie darum bat. Heute wollen viele nicht weichen, weil dann ihr Foto oder ihr Film für Facebook nichts wird und immer öfter kommt es zu Übergriffen, werden Helfer beschimpft, angespuckt oder angegriffen.
Es würde zu weit gehen, die Gründe dafür zu analysieren. Ich möchte daher auch ein Zeichen gegen solches Verhalten setzen und mich ausdrücklich dafür bedanken, dass Sie trotz solcher Vorkommnisse weiter motiviert und engagiert ihre Arbeit für die Menschen in Kinderhaus tun.

Gott sei Dank haben wir es nicht mit solchen Katastrophen zu tun, wie wir sie gerade in Australien im Fernsehen sehen können, wo 10.000 Feuerwehrleute rund um die Uhr im Einsatz gegen einen übermächtigen Gegner sind, um das Schlimmste zu verhindern. Wir können nur beten, dass es ihnen gelingt und so etwas nicht bei uns passiert.

Ich weiß jedenfalls, wir können froh und dankbar sein, dass wir auf Sie zählen können!

 
Von Heiko Philippski am 19.01.2020
Permalink: https://www.muenster-nord.de/kinderhaus/?p=702117
Kategorien: Aktuelles, Topthemen
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