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Feuerwehrlöschzug Kinderhaus – Marc Greshake ist neuer Löschzugführer

115. Stiftungsfest des Feuerwehrlöschzug Kinderhaus

Der Löschzug Kinderhaus der Freiwilligen Feuerwehr Münster veranstaltete am 12.01.2019 sein 115. Stiftungsfest im Pfarrzentrum Kinderhaus. Der Einladung zum Fest folgten viele Gäste und so füllte sich der Saal im Pfarrzentrum schnell.

Der scheidende Löschzugführer Jörg Kaiser begrüßte die Gäste, u.a. die Landtagsabgeordnete Simone Wendland. Jörg Kaiser hatte sich dazu entschieden, „auf dem Höhepunkt der Feuerwehrkarriere zu gehen” und das Zepter weiterzureichen. In seiner Rede lobte der Leiter der Berufsfeuerwehr, Gottfried Wingler-Scholz, die Arbeit, die Kaiser geleistet hatte. Unter anderem hatte Kaiser den Neubau des Feuerwehrhauses in Kinderhaus begleitet. Für sein Engagement gab es von den Gästen Standing Ovations zum Abschied.

Zum Nachfolger von Kaiser wurde an diesem Abend Greshake durch Wingler-Scholz ernannt. Danach stellte Greshake sich denen vor, die ihn als Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr nicht kannten. Seit über 20 Jahren sei er beim Löschzug Kinderhaus tätig. „Ohne die Unterstützung meiner Frau Mareike wäre das nicht machbar.” so Greshake.

Schriftführer Philipp Schwarte berichtete von den 52 Alarmierungen des vergangenen Jahres. Unter anderem wurde der Löschzug Kinderhaus zur Amokfahrt an den Kiepenkerl gerufen und zum umgekippten Aasee. Aber auch zur überörtlichen Hilfe bei einem Brand in Böhnen.

An diesem Abend standen auch Beförderungen an. Vanessa Steinmann wurde zur Feuerwehrfrau-Anwärterin ernannt und Jens Rautenberg zum Feuerwehrmann-Anwärter. Dirk Hilge wurde Brandmeister.

Oliver Jonnek wurde für sein langjähriges Engagement in der Jugendfeuerwehr die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber verliehen.

In ihrer Begrüßungsrede übte die Landtagsabgeordnete Simone Wendland auch Gesellschaftskritik: „Der Feuerwehr sollte wesentlich mehr Respekt entgegengebracht werden, denn sie stellt sich Aufgaben, die nicht immer schön sind.” (Anmerkung der Redaktion: Die ganze Rede finden Sie im Anschluss dieses Berichtes.)

Bei guter Musik und leckerem Essen wurde dann weiter gefeiert. Auch in diesem Jahr gab es eine Tombola mit tollen Preisen.

Über den Löschzug Kinderhaus

Der Löschzug Kinderhaus ist einer von insgesamt 20 Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr Münster. Die Aufgabenschwerpunkte liegen in den Bereichen Brandschutz, Technische Hilfeleistung sowie Messen und Warnen. Wer sich ein eigenes Bild von den Aktivitäten machen möchte oder an einer Mitgliedschaft im Löschzug interessiert ist, hat jeden Montag, ab 19:00 Uhr, Gelegenheit den Löschzug im Feuerwehr-Gerätehaus an der Kristiansandstraße kennenzulernen.

Fotostrecke vom 115. Stiftungsfest
Fotos: CC-BY-NC-SA 3.0 Heiko Philippski
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/

Begrüßungsrede der Landtagsabgeordnete Simone Wendland

Landtagsabgeordnete Simone Wendland.

Landtagsabgeordnete Simone Wendland.

Bei den letzten Wahlen sind ja die skurrilsten Parteien angetreten. Es gibt also eigentlich keinen Mangel an Ideen für politische Parteien, aber mir aufgefallen, dass wir eine Partei doch alle ganz gut gebrauchen könnten. Stellen wir uns nur mal vor, es gäbe die „Feuerwehrpartei“. Die hätte in ihrem Wahlprogramm sicherlich Grundsätze stehen, die wir alle unterschreiben könnten:

  • Menschen in Not wird schnell geholfen – und zwar unabhängig davon, wo sie herkommen, wie sie aussehen und welcher Religion sie angehören
  • Es gibt aber auch feste Regeln, an die sich alle halten müssen, weil das mit der Hilfe sonst nicht funktioniert
  • Man ist immer zur Hilfe bereit, Tag und Nacht, Sonn- und Feiertags
  • Ehrenamtliches Engagement wird groß geschrieben

Wir Politiker können also viel von der Feuerwehr lernen.

Das, was die freiwilligen Feuerwehrleute tun, ist ja weiß Gott nicht immer eine angenehme Arbeit. In den Bilderbüchern retten Feuerwehrleute vor allem Katzen, die nicht mehr vom Baum herunterkommen, müssen nur zu Unfällen, bei denen es allenfalls Blechschäden gibt und sind auf jeden Fall so rechtzeitig bei Bränden zur Stelle, dass die Menschen auch aus den obersten Stockwerken von Hochhäusern in aller Ruhe gerettet werden können.

Doch wir alle wissen, dass die Wirklichkeit eine ganz andere ist. Wenn wir über die Arbeit von Feuerwehrleuten reden, reden wir über Einsätze, die oft lebensgefährlich sind. Wir reden über die Bergung von Unfallopfern, die schlimmste Verletzungen davon getragen haben. Wir reden über Einsätze, bei denen den Opfern nicht mehr geholfen werden kann. Wir reden darüber, dass die Feuerwehrleute Menschen vorfinden, die in ihren Wohnungen oder Autos verbrannt sind, manchmal auch Kinder.

Wir reden zudem mittlerweile auch darüber, dass immer mehr Menschen den Helfern in Notfällen nicht nur nicht mit Respekt begegnen, sondern sie bei ihrer Arbeit stören, behindern oder sie zum Teil sogar angreifen.
Das ist ein Aspekt, den wir auf Landesebene sehr ernst nehmen und mit einer Null-Toleranz-Strategie verfolgen.

Freiwillige Feuerwehrleute nehmen sehr viel freiwillig auf sich und das auch noch ehrenamtlich, unentgeltlich, in ihrer Freiheit und nur allzu oft dann, wenn andere schlafen oder feiern.

Die Verantwortlichen in den Löschzügen müssen also wahre Motivationskünstler und Menschenfischer sein, wenn sie es dennoch immer wieder und schon seit vielen Jahren schaffen junge Leute für ein Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr zu begeistern. Denn es ist schon bemerkenswert, dass sich nach wie vor so viele auch junge Menschen bereit erklären, diesen Dienst zu tun. Es ist nämlich ein Dienst – ein Dienst mit festen Regeln und Terminen, ein Dienst für andere. Freiwillige Feuerwehrleute setzen ein Zeichen in einer Zeit, in der es den meisten Menschen angeblich nur um sich selbst, um ihr eigenes Fortkommen und Wohlergehen geht. Sie setzen ein Zeichen für Gemeinsinn, für Mitmenschlichkeit und Miteinander – und dass sollte man auch mal sagen – ein Zeichen für gelebtes Christentum.

Da gilt auch und gerade hier in Kinderhaus. Der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr ist ein Stabilitätsanker in der Kinderhauser Vereinslandschaft. Sie sind verlässliche Partner bei allen Veranstaltungen und organisieren auch tolle eigene Veranstaltungen.

Da es im Wesen von Feuerwehrleuten liegt, Ihre Arbeit unaufgeregt und effizient zu tun, laufen sie immer Gefahr, dass man sie als selbstverständlich hinnimmt. Doch das ist sie nicht. Hier sagt man nicht: „Darum müsste sich mal einer kümmern“ oder „Das soll mal ein anderer machen“.
Hier packt man an und tut mit. Zum Anpacken gehört auch das Feiern. Und auch das versteht der Kinderhauser Löschzug vortrefflich. Darum freue ich mich, dass ich heute wieder hier sein kann und wünsche uns allen einen schönen Abend.

 
Von Heiko Philippski am 31.01.2019
Permalink: https://www.muenster-nord.de/kinderhaus/?p=701294
Kategorien: Aktuelles, Topthemen
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